Die Kommanditgesellschaft (KG) löst ein klassisches Gründerproblem: Einer will führen, andere wollen nur investieren. Die KG trennt diese Rollen sauber — mit einem voll haftenden Geschäftsführer und Kapitalgebern, deren Risiko auf ihre Einlage begrenzt ist. Ohne Mindestkapital, ohne Notarpflicht beim Gesellschaftsvertrag.
Was ist eine KG?
Eine KG ist eine Personengesellschaft mit mindestens zwei Gesellschaftern in zwei verschiedenen Rollen:
- Komplementär: führt die Geschäfte, vertritt die KG nach außen — und haftet unbeschränkt mit dem Privatvermögen
- Kommanditist: bringt Kapital ein, haftet nur bis zur Höhe seiner Einlage — und ist von der Geschäftsführung ausgeschlossen
Beide Rollen können natürliche oder juristische Personen besetzen. Übernimmt eine GmbH die Komplementär-Rolle, entsteht die GmbH & Co. KG — die Variante ohne persönliche Haftung.
KG gründen: die Anforderungen
- Gesellschaftsvertrag zwischen mindestens einem Komplementär und einem Kommanditisten — formfrei möglich, schriftlich dringend empfohlen. Regelt Einlagen, Gewinnverteilung, Geschäftsführung und Ausscheiden.
- Kein Mindestkapital: Die Kommanditeinlage ist frei verhandelbar.
- Firmenname mit Zusatz „KG" oder „Kommanditgesellschaft".
- Handelsregister-Eintragung — elektronisch über einen Notar. Kommanditisten und ihre Haftsummen werden dort öffentlich sichtbar.
- Gewerbeanmeldung und Steuernummer beim Gewerbeamt bzw. Finanzamt — Details im Steuernummern-Guide.
Für Handelsregister und Impressum brauchst du eine ladungsfähige Geschäftsadresse. Die bekommst du bei Clevver komplett digital — inklusive digitalem Posteingang.
Rechte und Pflichten im Innenverhältnis
Der Komplementär entscheidet im Tagesgeschäft allein und vertritt die KG nach außen.
Kommanditisten sind rechtlich Investoren: Sie dürfen die Bücher einsehen, erhalten den Jahresabschluss und müssen außergewöhnlichen Geschäften (z. B. Verkauf des Unternehmens) zustimmen. Der Gesellschaftsvertrag kann ihnen mehr Rechte einräumen — Standard ist das nicht.
Die Gewinnverteilung regelt der Vertrag; üblich ist eine Verzinsung der Einlagen plus angemessene Verteilung des Rests.
Vorteile der KG
- Kein Mindestkapital — Gründung ab dem ersten Euro Einlage
- Schnelle, formfreie Gründung des Gesellschaftsvertrags
- Klare Rollentrennung: Führung beim Komplementär, Kapital von den Kommanditisten
- Steuerliche Transparenz: Gewinne werden direkt bei den Gesellschaftern versteuert, keine Doppelbesteuerung
- Investorenfreundlich: begrenztes Risiko macht die Beteiligung attraktiv
Nachteile der KG
- Unbeschränkte Haftung des Komplementärs — das zentrale Risiko dieser Rechtsform
- Kommanditisten ohne Führungsrolle: aktive Mitgestaltung ist rechtlich limitiert
- Publizität: Einlagen stehen im Handelsregister
- Nachfolgeregelung braucht saubere Vertragsklauseln, sonst drohen Konflikte
Für wen passt die KG?
- Familienunternehmen: Senior führt als Komplementär, die nächste Generation investiert als Kommanditisten
- Gründer mit Kapitalgebern, die bewusst nicht mitentscheiden sollen
- Joint Ventures mit klar verteilten Rollen
Sobald die persönliche Haftung des Komplementärs nicht tragbar ist: GmbH & Co. KG wählen. Alle Alternativen zeigt der Rechtsformen-Überblick.
FAQ
Wie viele Gesellschafter braucht eine KG mindestens? Zwei: einen Komplementär und einen Kommanditisten.
Womit haftet der Kommanditist? Nur mit seiner im Handelsregister eingetragenen Haftsumme. Ist die Einlage voll geleistet, ist die persönliche Haftung ausgeschlossen.
Wie wird die KG besteuert? Als Personengesellschaft: Die Gewinne werden anteilig den Gesellschaftern zugerechnet und mit deren persönlichem Einkommensteuersatz versteuert. Die KG selbst zahlt Gewerbesteuer.
Kann ein Kommanditist Geschäftsführer werden? Nicht als Kommanditist — Geschäftsführung liegt beim Komplementär. Der Vertrag kann ihm aber Prokura oder Handlungsvollmacht einräumen.
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